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Furor Teutonicus

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Auf der Website der Duisburger Linkspartei befand sich seit Ende Januar 2011 eine PDF-Datei mit einem antisemitischen Nazi-Flugblatt. Als die Partei darauf aufmerksam gemacht wurde, hat sie die Datei sofort gelöscht und sich vom Inhalt distanziert.

Ob dieses Kuckucksei ihr aus den eigenen Reihen oder von außen untergeschoben wurde, versucht sie jetzt zu klären. Beides ist möglich. Die Seite ist so unübersichtlich und wurde so laienhaft administriert, dass man sich wundert, dass nicht noch viel schlimmeres passiert ist.

Allerdings wäre eine selbstkritische Reflektion über die sogenannte Trutherbewegung, über das AIK Wien (Campo Antiimperialista) und ihren deutschen Ableger und über das Verhältnis von „Antizionismus“ und „Antisemitismus“ angebracht. Aber das wird im manichäischen Schlachtgetümmel wieder einmal untergehen.

Skandalisiert hat den Vorfall der Blog „Ruhrbarone“. Das ist gut so. Aber er scheint seit langem eine Art Privatfede mit der Duisburger Linkspartei auszutragen, arbeitet mit maßlosen Zuspitzungen und Übertreibungen und unterstellt, das Nazi-Flugblatt werde inhaltlich von der Linkspartei getragen.

Die Möglichkeit, dass die Administratorin der Website der Linkspartei ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist, wurde von den Ruhrbaronen gar nicht erst in Erwägung gezogen. Stattdessen rannte man zur Staatsanwaltschaft und erstattete Anzeige.

http://www.ruhrbarone.de/grune-duisburg-sorgen-sich-um-die-ruhrbarone/comment-page-1/#comment-84584

[…]

#39 | Hafenstaedter sagt am 30. April 2011 um 12:41

In einem Punkt muß ich der zitierten Erklärung der Grünen widersprechen. Die Ruhrbarone haben nicht “große Teile des Hetzblattes selbst verbreitet”. Sie bieten das komplette Original zum Download an unter:

http://www.ruhrbarone.de/wp-content/uploads/2011/04/flugblatt_011.pdf

Zum Zwecke der Dokumentation wären die präsentierten Bildschirmfotos vollkommen ausreichend gewesen.

In einschlägigen Neonazi-Foren wird diese Datei inzwischen verlinkt. Man findet diese Datei außer bei den Ruhrbaronen nur noch bei dem Urheber der Datei, dem Holocaustleugner und Nazi Ahmed Rami. Dessen Seiten werden aber bei google geblockt.

Ich bitte die Ruhrbarone, ihren Furor Teutonicus ein wenig zu mäßigen, kurz nachzudenken, und die Datei von ihrem Server zu löschen. Oder wie wäre es mit einer Selbstanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft?

Beste Grüße
Euer Hafenstaedter
#

#40 | Stefan Laurin sagt am 30. April 2011 um 13:00

@Hafenstaedter: Ich habe den Link vor ein paar Tagen gelöscht und das Dokument in WordPress auch. Aber ich maile jetzt auch noch einmal unseren Provider an, dass er es auch vom Sever nehmen soll und frage ihn, warum es da noch liegt. Ich hab da wohl was falsch gemacht. Vielen Dank für den Hinweis.

Diesen Durchblick braucht Europa

Lieber Jürgen Elsässer,

ENDLICH hast Du meine Anregung von vor über einem Jahr aufgenommen! Selbstverständlich rein metaphorisch (zwinker, zwinker). Dass Du mit der GANZEN Wahrheit nur scheibchenweise herausrücken kannst, dafür habe ich Verständnis.

http://hafenstadt.blogsport.de/2009/06/01/diesen-blick-braucht-europa/ (siehe Postscriptum)

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2010/08/10/die-matrix-der-aliens/
http://juergenelsaesser.wordpress.com/2010/08/08/die-aliens-sind-unter-uns/

Ich bau‘ auf Dich allein, wenn ich hoffe,
Dein Hafenstaedter

Genosse Hermann hat einen Meiser

Der Duisburger Lokalpolitiker Hermann Dierkes findet es offenbar gar nicht gut, dass endlich ein wenig Gras über seine Israel-Boykott-Äußerungen gewachsen ist. Es ist mal wieder Wahlkampfzeit, jeder Sprung in’s Fettnäpfchen garantiert enorme Publicity und sorgt für Polarisation in der eigenen Partei.

(mehr…)

Die Deutschen sind doof

Fast könnte man meinen, es gäbe etwas zu feiern. In den Medien und in Sonntagsredenveranstaltungen hört man derzeit viel über 20 Jahre Montagsdemonstrationen, „friedliche Revolution“ und Mauerfall. Die gewendeten Wendehälse dürfen mal wieder vor die Mikrofone und der Bundespräsident liest dazu vom Teleprompter. Wer 1989 tatsächlich für mehr Demokratie und einen besseren Sozialismus eintrat und die Kurve immer noch nicht gekriegt hat, gilt längst auch dem neuen Staat als gefährlicher Linksextremist. Auf der Gegenseite wurden „Informelle Mitarbeiter“ durch „Vertrauenspersonen“ abgelöst und viel Personal durch Technik ersetzt.

Hier, im tiefen Westen, wurden die Politiker-Versprechungen von damals wenigstens eingelöst. Wir haben blühende Landschaften bekommen: Wildkräuter gedeihen hervorragend auf den Industrie-Ruinen. Die Angleichung der Lebensumstände ist Realität: auf niedrigstem Niveau. Und keinem Reichen geht es heute schlechter, aber vielen besser.

Ein Leipziger auf Besuch behauptete kürzlich allen Ernstes, er bekomme in der Hafenstadt nostalgische Anwandlungen, denn früher habe es bei ihnen genau so ausgesehen. Vielleicht ist das ja eine künftige Einnahmequelle für die bankrotte Stadt: Touristenbusse aus dem Osten. Der Bus hält. Wohlstands-Ossis mit Fotoapparaten steigen aus. Die umstehenden Hafenstadtbewohner rufen im Chor: „Was hat man uns zwanzig Jahre lang belogen und betrogen!“

Die Deutschen sind doof! Deshalb: besser zweigeteilt!

Durch Zufall stieß ich vor ein paar Tagen auf diesen 20 Jahre alten Flugzettel, ich habe ihn damals aufgehoben: „Die Deutschen sind doof! Deshalb: besser zweigeteilt!“ Ich erinnere mich, dass Duisburger Underground-Satiriker diese Zettel zur Zeit der Montagsdemonstrationen unter Scheibenwischer steckten, und es gab das Motiv auch als Plakat. Die Geschichte gab ihnen Recht.

Doch eine gute Satire wird nur von den Guten verstanden. Auf abenteuerlichen Wegen muss dann wohl Jahre später einer dieser Flugzettel auf dem Schreibtisch von Jürgen Elsässer gelandet sein, woraufhin – so sagt es jedenfalls die Legende – er beschloss, die „Antideutschen“ zu gründen. Und wie richtige Deutsche Linke so sind: sie machen aus jedem Witz gleich eine Weltanschauung. Jetzt haben wir den Schlamassel! Wenn man die Unterzeile weglässt, könnte man die Karikatur heute auch als Verspottung dieser „deutschesten aller Deutschen“ (Moshe Zuckermann) lesen.

Jürgen Elsässer hat seine Nase längst schon wieder in einem anderen Wind. Das heißt aber nicht, dass die Karikatur nicht auch auf ihn (und die – um im Jargon zu bleiben – von ihm zunehmend repräsentierten bestimmten Kräfte) zuträfe. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Beziehungsweise Blog-Eintrag.

10 Euro für ein paar Eddings

Blauer Filzstift

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautete, der Irre von Neudorf
habe sich jetzt für 10 Euro blaue Filzstifte gekauft.

Diesen Blick braucht Europa

CDU-Plakat, Mai 2009

Als ich dieses Plakat zur Europawahl zum ersten Mal sah, hatte ich sofort ein ungutes Gefühl. Unbehagen, ja sogar ein leichter Anflug von Furcht und Aggression.

Woran mag das nur liegen? Eine politische Aussage ist nicht vorhanden. Und allein die drei Buchstaben des Parteinamens bringen mich schon lange nicht mehr aus der Fassung.

CDU-Plakat, Mai 2009 (Ausschnitt 1)

Es muss also dieses Gesicht sein. Dieses Gesicht!

Ist es dieser Mund? Ist es diese Frisur? Wohl kaum. Aber diese Augen! Schauen Sie sich diese Reptilien-Augen an!

Die Spin-Doktoren der nordrhein-westfälischen CDU überlassen nichts dem Zufall. Sie haben messerscharf analysiert. In Zeiten der Krise sehnt sich unsere Klientel nach Politikern, vor denen man sich endlich wieder fürchten kann. Also verpassten sie ihren Kandidaten auf den Wahlplakaten Reptilien-Augen.

CDU-Plakat, Mai 2009 (Ausschnitt 2)

Ob diese Rechnung aufgeht? Wir werden es sehen.

In der Hafenstadt gibt es eine Welle von Vandalismus gegen CDU-Plakate. Die FDP-Plakate hängen alle noch. Mit Politik hat das also nichts zu tun.


P.S.:

Lieber Jürgen Elsässer,

ich bin mir ganz sicher, dass Du diese Zeilen liest. Frag doch mal die investigativen Forscher unter Deinen neuen Freunden nach dem wahren Hintergrund dieser Geschichte. Die kennen sich da sicher aus. Soviel ich weiß, konnte bisher niemand widerlegen, dass die Menschheit seit Jahrhunderten von reptiloiden Außerirdischen unterwandert wird. Also ist es wahr. Bekanntlich machte schon Friedrich Engels in seinem Hauptwerk Dialektik der Natur entsprechende Andeutungen.

Du brauchst nicht zu sagen, dass Du die Information von mir hast. Hauptsache, die Wahrheit kommt an das Licht. Von Deinem nächsten Buch erwarte ich dann aber, dass Du uns anleitest, wie endlich das Bündnis der Linken mit Reptiloiden und Konservativen (ich sage nur: Bismarck, Reptilienfonds!!!) geschmiedet werden kann und muss – gegen das US-Finanzkapital. Ich bin schon gespannt. Ich könnte das Buch auch selber schreiben, aber auf mich hört ja keiner.

Ich bau‘ auf Dich allein, wenn ich hoffe

Dein Hafenstaedter

Revolutionäre 1. Mai Demo in Duisburg

Hochfeld 1.5.09

In Duisburg-Hochfeld veranstaltete die Polizei am Abend des 1. Mai eine
machtvolle Demonstration. Unter die Beamten mischten sich auch einige
Zivilisten, sie fielen aber in der Masse der Fahrzeuge und Fußsoldaten
kaum auf. Die Gruppe der sogenannten Komplementärbekloppten war
ebenfalls vertreten und zeigte tapfer das Sternenbanner, woraufhin ihre
Freunde freudig und originell skandierten, bei den USA handle es sich um
eine internationale Völkermordzentrale. Der Irre von Neudorf war auch da.